Alderik  Visser



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über das lesen pädagogischer texte: 


 

Lektüre

Während der Veranstaltung "Kinder, Jugendliche und Pädagogik" sind Sie aufgefordert, jede Woche zwei ausgewählte Texte zu lesen. Für das Verfassen des wissenschaftlichen Papers müssen zusätzliche Texte gelesen werden.


Meta-Ebene

Bestimmend für eine wissenschaftliche Betrachtungsweise - ob natur- oder geisteswissenschaftlich - ist die objektivierende Distanz zum untersuchten Gegenstand. Auf die Auseinandersetzung in unserer Veranstaltung bezogen heisst das, dass die Texte nicht bloss gelesen, sondern auch diskutiert und zusammengefasst werden sollten.

Vielmehr gilt es, Struktur und Inhalt eines Textes in ihrem eigenen Kontext, wie auch im Kontext anderer Texte und Wissensbestände kritisch zu analysieren und zu interpretieren. Nur auf einer solchen Meta-Ebene macht es Sinn, Texte, die manchmal auf verschiedenen Niveaus angesiedelt sind und/oder aus verschiedenen Wissenstraditionen stammen, miteinander zu verknüpfen.

Eine solche wissenschaftliche Betrachtungsweise von pädagogischen Texten und Äusserungen ist das ambitiöse Lernziel und nicht bereits die Voraussetzung zur Teilnahme an dieser Veranstaltung.

Um Ihnen die Aneignung einer solchen "Denk- und Lesehaltung" zu erleichtern, wollen wir Ihnen im Folgenden Hilfestellung beim Lesen, Analysieren und Interpretieren von Literatur geben.

 

Lesen:

... ist keineswegs eine selbstverständliche Tätigkeit. Schnelligkeit und Strategie sind von Person zu Person verschieden. Unterschiedliche (wissenschaftliche) Ansätze fragen manchmal auch nach anderen Methoden, Texte erfolgreich zu entschlüsseln. Von daher sind die folgenden Lese-Tipps nicht jeder und jedem behilflich und auch nicht in jedem Kontext einsetzbar.

1. Zielgerichtetes Lesen
Fragen Sie sich, bevor Sie sich mit einem Text auseinandersetzen, was Sie genau wissen möchten. Was ist das Thema der Veranstaltung? Wie lautet der Auftrag? Auf welche Frage hin müssen Sie den Text also lesen und befragen? Was wissen Sie schon über diese Frage? Welche Vermutungen besitzen Sie? Erwarten Sie, dass dieser Text Ihnen bestimmte Kenntnisse vermitteln wird? Wenn ja, welche? Wird der Text diesem Anspruch gerecht, gibt er Antwort oder Hinweise auf die von Ihnen formulierten Fragen?

2. Schnelles Lesen
Vor allem bei offensichtlich wissenschaftlicher Lektüre empfiehlt es sich, den vollständigen Text minutiös zu lesen. Zeigt der Autor/die Autorin sich aber sehr geschwätzig, wiederholt er/sie sich ständig, finden Sie den Text trivial, so können sie durchaus auf eine Schnell-Lese-Strategie umschalten.

Bei den meisten modernen, auch wissenschaftlichen Texten ist zu beobachten, dass die Hauptaussagen sich im ersten bzw. im letzten Satz eines Textabschnittes befinden.

Sie können sich auch dafür entscheiden, (die Augen halb geschlossen...) nur diejenigen Sätze zu lesen, die argumentativ wichtig sind oder wichtig erscheinen. Sätze also, die mit Wörtern wie "darum" , "deswegen" , "also" , "erstens" , "zum Zweiten" , "schliesslich" (etc.) auf Kausalzusammenhänge und wichtige (?) Auflistungen hinzudeuten scheinen.

Unter Stichwörtern wie "Schnell-Lesen" oder "Quer-Lesen" finden Sie auf dem Internet ein grosses Angebot an Kursen und Tricks.


3. Fremdwörter

... müssen sie nicht immer kennen. Begreifen Sie die Hauptaussage eines Satzes, ohne zu wissen oder aus dem Kontext ableiten zu können, was Metempsychosis ist, dann reicht dies meistens schon aus. 

Bevor sie trotzdem ein Wörterbuch zur Hand nehmen, ist zu prüfen, ob sie das gleiche oder ein ähnliches Wort bzw. einen Teil davon nicht aus einer Fremdsprache kennen (oft Französisch/Lateinisch). Ein Wissen um die sprachliche Lautverschiebung ist dabei durchaus auch nützlich.


Lautverschiebung

Mit wenigen Ausnahmen gehören die europäischen Sprachen zur indo-europäischen Sprachfamilie. Innerhalb dieser Sprachfamilie gilt der gleichen Grundsatz der Lautverschiebung. Dies besagt, dass die Wortstämme beim Übergang in einen Dialekt oder in eine naheliegende Sprache wesentlich die Gleichen sind und bleiben. 

Die Vokabeln können beliebig wechseln und die Liquidae (L, M, N, R) kommen und gehen. Die anderen Konsonanten wechseln auch, am häufigsten aber innerhalb der gleiche Gruppe von Lauten. In anderen Fällen evoluiert der Laut oft in einem S oder T.

 

Labiales (Lippenlauten)B, P, PH/F, VGäbe (CH), Geben, Geven, to Give, 
Gutturales (Kehllauten)G, K, CH, KH, Q (C)Chüchi, Küche, Kitchen, Keuken Cocina, Cuisine
Dentales (Zahnlauten)D, T, TH, (Z)Ziit, Zeit, Tijd, Time, Tid

Liquidae

(M & N sind Nasales, Nasenlauten.)

M, L, N, RMüller, Molenaar, Miller, Muliner
Spirantes: (S-Lauten):S, (Z, C)Sanft, Soft, Soffice aber auch Zacht.

 

Analysieren

... ist das Kerngeschäft eines Geisteswissenschaftlers/einer Geisteswissenschaftlerin. Um einen komplexen Sachverhalt annähernd verstehen zu können, ist es notwendig, Texte nicht nur zu lesen, sondern sie auch kritisch auf ihren Entstehungskontext, ihre Form, logische Struktur, ihre Argumentation, Inhalte und Wirkungen hin zu befragen. 

Nachdem Texte so auseinander genommen sind, müssen sie zudem im Kontext anderer, vergleichbarer Texte zu verstehen gesucht werden. Das also, wird jetzt auch von Ihnen erwartet...

Versuchen Sie, die von Ihnen zu bewältigenden Texte anhand der unten aufgeführten sieben Schritte auseinander zu nehmen. Das mag Ihnen das erste Mal vielleicht zeitaufwändig und mühsam erscheinen, auf die Dauer wird eine solche Lesensart jedoch zur Gewohnheit, die für Ihren weiteren Studienverlauf von grossem Nutzen sein wird.


1. Schritt: Kontext

Fragen Sie sich, bevor Sie einen Text lesen (= befragen!), wann, wo und von wem er geschrieben worden ist. 

  1. Wer war/ist der Verfasser/die Verfasserin? 
  2. In welcher kulturellen/religiösen/politischen/wissenschaftlichen (etc.) Tradition war/ist er/sie angesiedelt?
  3. Was bedeutet dieser Kontext bzw. was kann er bedeuten mit Blick auf Form und Inhalt des Textes?

Eine Enzyklopädie leistet schnelle Hilfe. Das Internet bietet sich auch an, seine Informationen sind aber mit Vorsicht zu übernehmen.


2. Schritt: Art

Überlegen Sie, zuerst als Vermutung und während des Lesens ständig, um welche Art Text es sich handelt.

  1. Geht es hier um Wissenschaft oder um Werbung, um beides oder etwas anderes?
  2. Ist der Text informativ oder eher persuasiv, appellativ oder auf eine andere Art normativ?
  3. Welche Funktion(en) erfüllt dabei die Form/das Layout des Textes und/oder das Medium, über das er verbreitet worden ist?
  4. Werden Ihre Vermutungen, in welchem Bereich bzw. in welchen Bereichen der Text anzusiedeln ist (Wissenschaft, Ratgeber, Publizistik, Werbung), bestätigt?
  5. Welcher Sprachduktus wird eingesetzt und warum genau dieser?


3. Schritt: Struktur

Achten Sie genau darauf, wie der Text aufgebaut ist. 

  1. Gibt es eine klare Fragestellung/Hypothese? 
  2. Ist (auch ansonsten) klar, auf welches Ergebnis der Text aus ist? 
  3. Über welche Schritte wird dieses Ergebnis bearbeitet oder begründet? 
  4. Braucht der Autor/die Autorin dafür Beispiele? 
  5. Ist der Aufbau des Textes systematisch und logisch, oder kasuistisch (= auf Beispiele oder Konkretes aufbauend)?

 

4. Schritt: Logik 

Versuchen Sie, den Gedankengang des Autors/der Autorin nachzuvollziehen. 

  1. Werden die Begriffe, die für die Argumentation wichtig sind, vorab klar definiert? 
  2. Sind alle Aussagen, die er/sie macht, hinreichend begründet? 
  3. Sind alle Aussagen zusammen konsistent, d.h. gibt es keinerlei Widersprüche? 
  4. Verbergen sich Paradoxien? 
  5. Ist die Argumentation innerhalb des Textes folgerichtig, schlüssig und überzeugend?

 

In Sachen Logik gibt es viele Arten von Fehlern, die auch von Wissenschaftlern/ Wissenschaftlerinnen gemacht werden. Eine ausführliche Liste solcher Fehler finden Sie unter http://www.phillex.de/fallac1.htm.


5. Schritt: Sein und Sollen

In verschiedenen, auch pädagogischen/pädagogisierenden Medien werden relativ oft Fehler begangen, die darin bestehen, "Sein"und "Sollen"miteinander zu verwechseln. Weil dies meist unbewusst geschieht, scheint es sinnvoll, diese Art von logischen (oder: ontologischen) Fehlern gesondert und ausführlich zu behandeln.

In pädagogischen/pädagogisierenden Texten wird schnell einmal von "Natur", etwa von der "Natur des Kindes"oder "Natürlicher Erziehung"gesprochen. Eine unreflektierte Verwendung eines (implizierten) Naturbegriffes ist aber unerwünscht, denn vieles an der "Natur" ist vieldeutig und vage. Was "Natur" genau ist, wo ihre Grenzen zur Kultur sind und inwieweit wir als Menschen an ihr teilhaben, ist wissenschaftlich wie philosophisch schwer zu bestimmen - zumal die Entwicklung der Technik u.a. biologische Grenzen zu verwischen scheint.

Was immer also "Natur" ist und wie auch immer sie beschaffen sein mag, moralisch ist sie sicher nicht. "Gut" und "Böse", , Auffassungen religiöser oder moralischer Art sind kulturelle, im Wesentlichen menschliche Kategorien, die in der Natur als solche nicht nachweisbar sind. Ob etwas "natürlich" ist (oder auch "effizient" , "integrativ" , "anschlussfähig", "heilsam" , "bereichernd" , "lehrreich" etc.), oder als solches betrachtet werden könnte, ist an und für sich keine hinreichende Begründung dafür, dass wir auch tatsächlich dies oder jenes machen oder konsumieren sollten. 

Dieser unzulässige - aber sehr verbreitete - Denkschritt ist unter der Bezeichnung naturalistischer Fehlschluss bekannt.

Beispiel:

'Bei den Tieren gibt es Homosexualität. Homosexualität ist bestialisch (tierisch) und darum schlecht.'

'Bei den Tieren gibt es Homosexualität. Menschen sind keine Tieren und sollten keine homosexuellen Neigungen haben.'

' Bei den Tieren gibt es keine Homosexualität. Homosexualität ist widernatürlich und darum schlecht.'

'Bei den Tieren gibt es keine Homosexualität. Homosexualität ist eine dem Menschen vorbehaltenen (gute) Neigung.'

Etc.

 

Auch eine Aussage wie "Weil wir zwei Gehirnhälften mit unterschiedlichen Funktionen haben, ist ein ganzheitlicher Ansatz im Unterricht gefragt", ist mit der nötigen kritischen Distanz zu betrachten. 

Wie alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ist die These der Gehirnhälften keine Beschreibung von Tatsachen, sondern eine Hypothese über die Beschaffenheit des Gehirns, soweit wir dies mit dem aktuellen Stand der Technik und der Wissenschaft wahrnehmen können. 

Sollte diese Hypothese sich bewähren, so liesse sich daraus nur vorübergehend und mit Rücksicht auf die Komplexität der conditio humana schliessen, dass wir etwas tun sollten. Was genau und wie wir das dann tun sollten, liesse sich wiederum nicht in einem einfachen, monokausalen, sondern nur in einem komplexen Zusammenhang und wiederum nur vorübergehend bestimmen. 


6. Schritt: Perspektive

Weil der Mensch ein intelligentes Lebewesen ist, entzieht er sich einer ausschliesslich biologischen Beschreibung. Der Mensch ist auch Mensch als Mitmensch, als Kulturmensch, als Individuum, als Handelnder, als "politisches Tier", als Konsument, als Versager (etc.). Pädagogik als die Wissenschaft der Erziehung und Bildung des Menschen kann sich schwerlich nur mit biologischen oder semi-biologischen Befunden zufrieden geben, sondern muss auch die psychologische, soziologische, kulturelle und politische (etc.) Seite unseres geistigen und physischen Wachstums mit berücksichtigen (dazu o.a. Langeveld 1968).

Selten kann allen diesen Perspektiven in ein und demselben Textausschnitt Rechnung getragen werden. Trotzdem ist zu beachten, welche Seite des Mensch-Seins innerhalb eines jeweiligen Textes am meisten zum Ausdruck kommt - und warum/mit welchem Effekt. Welche Aspekte werden ausgeklammert? 

Und: Welche (wissenschaftlichen) Methoden werden befolgt, welche politischen Ansichten werden - auch unterschwellig - vertreten und welche Wertvorstellungen werden schliesslich in welchen Medien empfohlen ?

7. Schritt: Sprache

In pädagogischen Texten werden behaftete, anhaftende und anschlussfähige, letztendlich aber triviale Begriffe wie "Ganzheit"oder auch "Harmonie",, "Vervollkommung"etc. regelmässig und oft zu wenig reflektiert eingesetzt. Genau betrachtet sind solche Termini sehr schwer zu definieren und darum beliebig einsetzbar. Sie sind somit weniger informativ als eher appellativ und persuasiv, also normativ. Auch Übertreibungen, Wiederholungen, Anspielungen auf Religion, gute Sitten oder den "gesunden Menschenverstand", das Anrufen "grosser"Pädagogen oder Pädagoginnen ist oft Teil einer 'Werbestrategie': Es wird Stimmung erzeugt, keine seriöse Pädagogik betrieben. 

Achten Sie also auf Leerformeln, Gemeinplätze und sonstige rhetorische Tricks und fragen Sie sich, wie und warum, mit welchem Ziel und Zweck diese eingesetzt werden.

 

Notieren - Zusammenfassen - Exzerpieren - Zitieren 

Art und Umfang der Notizen hängen vom damit verbundenen Zweck ab:

Will man nachträglich nur wissen, welche Fragestellung im gelesenen Aufsatz/Buch behandelt werden, genügt es, neben den bibliographischen Angaben einige Stichwörter zum Inhalt aufzuschreiben.

Soll der vorliegende Text extensiv für die eigene Arbeit verwendet werden, schreibt man sich je nach eigener Fragestellung Angaben zu folgenden Punkten auf: Daten, Ereignisse, Analysen des Verfassers/der Verfasserin, Vergleiche, Deutungen, Auseinandersetzungen des Verfassers/der Verfasserin mit abweichenden Meinungen.


Schriftliche Zusammenfassung
Soll der Text hingegen für andere zusammengefasst werden, kann man sich nicht von den eigenen Fragestellungen leiten lassen. Es ist das Wesentliche des Aufsatzes/des Buches zu vermitteln: das Forschungsinteresse, die Hauptthese(n), die Argumentationslinie, die Fragestellung, die Positionsbezüge in fachlichen und methodischen Fragen.

Die Zusammenfassung muss auch für Personen verständlich sein, die den Text nicht gelesen haben. Sie braucht aber nicht die Gliederung des Aufsatzes/des Buches übernehmen.

Für die Zusammenfassung (auch ihre schriftliche Darstellung) empfehlen sich folgende Techniken:

wörtliches Zitieren (s. weiter unten) für Kernthesen, für die Wiedergabe problematischer Aussagen, für die Übernahme von Zitaten aus dem Text;

(stichwortartiges) Referieren und Paraphrasieren (Aussagen in eigenen Worten formulieren) von weniger wichtigen Passagen; evtl. mit Grafiken komplexe Zusammenhänge vereinfachen.


Exzerpte
(wörtliche und sinngemässe Auszüge aus der Fachliteratur)
Im Unterschied zu Notizen, die man sich vielleicht schon im Lauf des Lesens macht, dienen Exzerpte dazu, die Informationen systematisch aufzunehmen. Diese werden unter Stichwörtern klassiert. Es ist zweckmässig, damit bis zum Ende der Lektüre oder eines längeren Abschnitts zu warten, denn in der Gesamtschau erscheint eine Aussage möglicherweise nicht mehr so wichtig wie beim Lesen. Ausserdem lässt sich am Schluss leichter überblicken, ob und in welche untergeordnete Punkte ein Stichwort unterteilt werden soll, damit die Übersichtlichkeit der Aufzeichnung gewahrt bleibt.

Am zweckmässigsten ist es, die Aufzeichnung auf Karteikarten zu schreiben oder (am Computer) Datenbanken zu erstellen.

Diese sollen übersichtlich und ergänzbar sein.

In der Regel gilt die "Einheitlichkeit der Materie"auf einer Karte: Informationen zu einem Stichwort (Schlagwortkartei), Inhalt einer Publikation, einer Quelle (Verfasserkartei) oder ein Titel (Bibliographie).

Je nach Art der Datei klassiert man alphabetisch nach Autoren/Autorinnen, nach sachlich- thematischen Gesichtspunkten (Stich- und Schlagwörter) oder nach Zeiträumen und Epochen.

Exzerpte müssen sinngetreu sein.


Zitate

Beim Aufschreiben der Zitate (wörtliche Übernahmen von Textstellen oder im allgemeinen Fachwortschatz noch nicht etablierter Begriffe) sind grundsätzlich die gleichen Regeln zu befolgen wie bei der späteren Verwendung in der eigenen Arbeit:

Die Zitate sind durch doppelte Anführungs- und Schlusszeichen zu kennzeichnen: "..."

Ihre Herkunft ist anzugeben.

Auslassungen sind durch eckige Klammern anzugeben: [...]

Auch bei sinngemässen Zitaten (Paraphrasierungen) muss auf die Literaturstelle hingewiesen werden.

 

Interpretieren

... ist wesentlich die Kunst der Kombination. Aus Ihrem Vorwissen, Ihren analytischen Bemühungen um jeden einzelnen Text wie auch aus Ihrer Analyse aller Texte entwickeln Sie jetzt eine vorläufige, präsentier- und diskutierbare Sicht auf das vorgegebene Thema.


Einzelne Texte
  • Was wird in dem von ihnen gelesenen Texten zu dem vorgegebenen Thema genau gesagt? 
  • Wie kommt der Schriftsteller/die Schriftstellerin zu diesen Erkenntnissen? 
  • Wird etwas, das gewünscht wird, als etwas dargestellt, das tatsächlich sei? 
  • Welche Methode bzw. welche Perspektive hat der Autor/die Autorin gewählt, um zu diesen Erkenntnisse zu kommen? 

Mehrere Texte

  • Wie verhalten sich Erkenntnisse, Herangehensweisen und evtl. Ratschläge des Schriftstellers A zu den Inhalten, die Sie in anderen Texten der Schriftsteller B, C und D gefunden haben? 
  • Wo gibt es wichtige Gemeinsamkeiten, Unterschiede oder mögliche Konflikte? 
  • Lassen diese sich aus den unterschiedlichen medialen, historischen und theoretischen Kontexten erklären, in denen die Texte entstanden sind?
  • Wie und inwieweit sind Publikum, Sprachduktus und Darstellung prägend für den Gehalt und die Aussagekraft des Textes ?
  • In welche Rolle(n) treten die Textschaffenden ihrem Publikum gegenüber auf?

Alle Texte 

Versuchen Sie, einen Überblick über die gesamten Problemfelder und Konfliktherde zu bekommen und daraus ein Gesamtbild zu erstellen. 

Die Fragen, die Sie sich dabei stellen können, sind u.a.:

  • Was sagen die verschiedensten AutorInnen über das von Ihnen zu bearbeitende Thema? 
  • Welches sind die unterschiedlichen pädagogischen Perspektiven, die in den Texten zu Ihrem Thema entwickelt werden? 
  • Wie verhalten sich Texte und AutorInnen zueinander? 
  • Welche praxisnahen, moralischen und/oder theoretischen (etc.) Konflikte lassen sich erkennen?





(c) Sarah Keller, Andreas Messerli, Alderik Visser, Institut für Pädagogik und Schukpädagogik 2004