Alderik  Visser



persoonlijke website



 

kommentare: 

Literatur


Böhm, Winfried: Maria Montessori. In: Tenorth, Heinz-Elmar (Hrsg.) Klassiker der Pädagogik 2. Von John Dewey bis Paolo Freire. München: Beck, S. 74-88.
Depaepe, Marc: Zum Wohl des Kindes? : Pädologie, pädagogische Psychologie und experimentelle Pädagogik in Europa und den USA, 1890-1940. Weinheim: Deutscher Studien Verlag 1993
Harrington, Anne: Reenchanted Science. Holism in German Culture from Wilhelm II to Hitler. Princeton: Princeton UP 1999.
Hofer, Christine: Maria Montessoris ‘Antropologia pedagogica' – oder: die Erziehung als Hygiene der Menschheit. Bern: Selbstverlag (Liz.Arbeit) 1994.
Imelman, Jan-Dirk & Wilna Meijer: De Nieuwe School gisteren en vandaag. Amsterdam / Brussel: Elsevier 1986.
Knoblauch, Hubert: Religionssoziologie. Berlin/New York: de Gruyter 1998.
Leenders, Helène: Montessori en fascistisch Italië. Een receptiegeschiedenis. Baarn : INTRO, 1999. (dt. Ausgabe: Der Fall Montessori. Die Geschichte einer reformpädagogischen Erziehungskonzeption im italienischen Faschismus. Bad Heilbrunn: Klinghardt 2001)
Montessori, Maria: Kinder sind anders. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1987, S. 187-211 (Italienisches Original 1938, herausgegeben 1950).
Oelkers, Jürgen, Reformpädagogik. Eine kritische Dogmengeschichte. Weinheim/Basel: Juventa Verlag 1989.
Oelkers, Jürgen: Reformer der Erziehung. in: Tenorth, Heinz-Elmar (Hrsg.) Klassiker der Pädagogik 2. Von John Dewey bis Paolo Freire. München: Beck, S. 7 – 25.
Rombouts, Frater. S.: Historiese Pedagogiek III: de oude en de nieuwe school vooral in Nederland. Tilburg: Drukkerij van het R.K. Jongensweeshuis 1926.
Schwegman, Marjan: Maria Montessori, 1870 – 1952. Kind van haar tijd, vrouw van de wereld. Amsterdam: Amsterdam UP 1999. (dt. Ausgabe: Maria Montessori 1870 – 1952. Kind ihrer Zeit, Frau von Welt. Darmstadt: WBV 2000)
Visser, Alderik: Die Evolution der Gesinnung. Ethische Gesellschaften in Europa und den U.S.A. zwischen Wissenschaft und Religion (etc.). In: Rülcker, Tobias, Jürgen Oelkers (Hrsg.) Politische Reformpädagogik. Bern (etc.): Peter Lang 1998, S. 223 - 247.

Noten

1) Wobei es wohlbemerkt auch sehr früh schon KritikerInnen gab. V.a. von religiöser Seite wurde MM vorgeworfen, sie stütze sich zu einseitig auf die Naturwissenschaft, und lehne die Lehre der Erbsünde ab. Andere Kritikpunkte waren (und sind) MM's intellektualistischer (‚kopflastiger') Unterrichtsansatz und dessen ausschliesslich individuelle Ausrichtung. Zudem hat die Pädagogik MMs einen ‚blinden Fleck' für die kindliche Phantasie, sowie für Sexualität und Geschlechtsunterschiede (Rombouts 1927; Imelman &Meijer 1986).
2) Diese Sammlung der Vorlesungen über pädagogische Anthropologie die MM 1904-1908 in Rom hielt wurden bezeichnenderweise kaum, nämlich nur auf Englisch übersetzt.
3) Was gleich einer der Gründe dafür ist, dass die Pädagogik MMs aus heutiger Sicht sehr problematisch ist: Sie beharrte bis zum Tode auf Vorstellungen aus ihrer Studienzeit, solche welche spätestens seit den 1930rn als definitiv überholt galten.
4) Am Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten (v.a.) Mediziner und Psychologen eine Wissenschaft der Kindheit, die sog. Pädologie zu gründen. In der besten Tradition des Positivismus wussten sie, Montessori inklusive, nicht viel mehr zu tun, als die Kinder und ihre Körper ausgiebig zu beobachten und zu messen. Mangels brauchbare Resultate verschwand die Pädologie als Wissenschaft, legte aber das Fundament für die (empirische) Kinder- und Jugendpsychologie (dazu v.a. Depaepe 1993)
5) Was aber weniger bei Steiner der Fall ist, ist seine Anthroposophie doch gedacht als eine ‚eingedeutschte' Theosophie, mit wesentlich mehr christliche Elemente, sowie Rückgriffe auf die germanisch-nordische Mythologie.
6) Die aus der Tradition des Neuplatonismus und der Hermetik stammt. Der Gedanken einer Parallellie von Mikrokosmos und Makrokosmos wurde dann via die Alchimisten und Freimaurern den TheosophInnen und heutigen EsoterikerInnen überliefert. Zudem gelangte dieser Gedanken über die sog. ‚romantische' Biologie in solche unterschiedliche Wissenschaften wie die Pädagogik, die Soziologie und (bis auf Heute) die Ökologie. Nebst Steiner und Montessori bedienten sich viele ReformpädagogInnen dieses organologischen Modell, darunter Ellen Key, Georg Kerschensteiner, u.v.m.
7) Womit nicht gesagt ist, dass MM eine Faschistin war, wohl aber, dass es für sie u.a. durch dieses Konzept sehr leicht fiel, sich jeder politischen Situation und jedem Publikum anzupassen. Für eine differenzierte Auseinandersetzung über MM und den Faschismus, siehe v.a. Leenders 1999 und Schwegmann 1999.
8) U.a. weil die Montessoribewegung fast ausschliesslich eine Bewegung der (höheren) Mittelschichten war und ist, was eine sinnvolle Vergleichung mit der ‚Regelschule' fast verunmöglicht. Auch von den Ausnahmen, etwa den vielen öffentlichen Montessorischulen Amsterdams, konnte nie belegt worden, dass sie signifikant bessere Schulleistungen oder gar ‚bessere Menschen' liefern würden.
9) Der Arbeitsbegriff MMs ähnelt zwar der marxistische Auffassung des homo faber , greift aber wahrscheinlich zurück auf die sog. Arbeitskurve des umstrittenen Psychiaters Emil Kraepelin (vgl Oelkers 2003)
10) ‚Esoterisch' ist formell jenes Wissen, das nach innen gerichtet ist, also nur einer Gruppe von Eingeweihten zur Verfügung steht und somit geschlossen und definitiv ist. Wissenschaft versteht sich, zumindest in demokratischen Gesellschaften, als exoterisches, d.h. offenes, überprüfbares und prinzipiell vorläufiges Wissen.
11) Dewey, John: Demokratie und Erziehung. Eine Einleitung in die philosophische Pädagogik. Weinheim/Basel: Beltz 1993, S. 83